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 Sprecherin: Frau Susanne Moison / Musik: Jacek Telus

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Deutscher Chor kann nur wenige Stunden vor Schließung der Grenzen aus Polen ausreisen!

11. März 2020

Anreise Schwerin

Morgen sollte es mit dem Jugendchor des Goethegymnasiums Schwerin zum Internationalen Chorwettbewerb nach Gdańsk – also zu Deutsch Danzig – gehen. Auf einmal klingelte das Handy und der Chorleiter Daniel war dran. Er sagte: „Sarah, weißt du eigentlich, dass die Beamten an der polnischen Grenze Fieber messen und nicht jeden rein lassen wegen diesem “Corona-Virus“? Nein, wusste ich nicht. Ich hatte zwar von dem Virus in China gehört, doch nicht hier in Europa! Dann ging es hin und her. Fahren wir, fahren wir nicht? Fahren wir, fahren wir nicht? Letztendlich hatte die Schule noch einmal beim Kultusministerium angefragt. Dieses genehmigte uns die Fahrt. Die Würfel waren gefallen.

Ich machte mir noch einen netten Abend in Schwerin. Ich war erstaunt, wie schön die Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist. Mitten in der Stadt liegt das Schloss Schwerin erhaben auf der Schlossinsel. Eine wunderschöne kurze Brücke verbindet das Schloss mit dem “Festland”. Als ich vorbeispazierte, war es romantisch erleuchtet. Irgendwie hat es mich an das Logo von Walt Disney mit dem Schloss erinnert. Ich wäre nicht erstaunt gewesen, wenn Rapunzel plötzlich ihr Haar heruntergelassen hätte. Also wirklich märchenhaft – und das mitten im Stadtzentrum! Genauso wie der Pfaffenteich. Da liegt doch tatsächlich ein Teich, den man eigentlich in einem Park oder Erholungszentrum erwarten würde, mitten in der Stadt. Schwerin ist wahrhaftig eine Stadt mit ganz besonderem Charme und Charakter. Aber eigentlich war ich ja auf Geschäftsreise und nicht zu einem romantischen Wochenende hier – also ab ins Bett! Am nächsten Morgen musste ich wieder fit sein für das neue Abenteuer – und das wurde dann auch wirklich ein Abenteuer!


12. März 2020

Anreise Schloss Rybokarty

Wir wollten uns gegen 07.30 Uhr treffen. Um 07.15 Uhr hatte ich Maciej, den Veranstalter des Wettbewerbs, in Danzig angerufen, ob das Festival überhaupt stattfinden würde. Er meinte, dass ein paar Chöre abgesagt hätten, doch 14 Chöre aus ganz Europa, sogar aus Island, wären noch am Start.

Als ich auf die Gruppe stieß, gab es ein großes „Hallo Sarah“, denn ich war mit diesem Chor letztes Jahr bereits in Tallinn auf einem Wettbewerb gewesen. Doch bevor es losging wurde erst einmal Fieber gemessen! Die Mutter eines Schülers ist Ärztin. Sie hatte ca. 60 „Einweg-Fieberthermometer“ dabei, die jeder für einige Minuten in den Mund stecken musste. Das war ein Bild für die Götter!

Leider mussten 3 Mädchen zuhause bleiben, da sie über 37 °C Temperatur hatten, doch wir wollten nicht riskieren, dass die ganze Gruppe an der Grenze zurückgewiesen würde. Dann ging es endlich los! (Zwei Stunden nach unserer Abfahrt wurden alle Klassenfahrten offiziell abgesagt.)

Zum ersten Mal in nunmehr 20 Jahren des Reisens hatte ich eine Busfahrerin: Marion. Sie kannte die Gruppe auch schon lange und so waren wir schnell ein eingespieltes Team da vorne im Bus. Unser erstes Ziel war allerdings nicht Danzig, sondern das Schloss Rybokarty.

Meine Mitarbeiterin Susanne (die Sprecherin meiner Berichte) kennt die Schlossbesitzer Zbiegniew und Dorota, denn sie hat ein Häuschen in der Nähe und ihr Pferd steht in den Stallungen von Rybokarty. Sie hatte mir eine Zwischenübernachtung dort empfohlen bzw. sie hatte mir so von Rybokarty vorgeschwärmt, dass ich gar nicht anders konnte, als dort einen Zwischenstopp einzuplanen (Danke, Susanne!). Es war ja auch ein tolles Gefühl, als ich dem Chor sagen konnte: “Ich habe ein ganzes Schloss nur für euch gemietet”. Welcher Reiseveranstalter kann das schon von sich behaupten. Da kommt wieder die “persönliche Note” mit ins Spiel.

Das Schloss hat eine ganz besondere Geschichte für sich. Zunächst war Rybokarty ein schlichtes Herrenhaus, was jedoch nach und nach zu einer eindrucksvollen Barockresidenz ausgebaut wurde. Nach dem 1. Weltkrieg war nur noch eine Ruine des Prachtbaus übrig. Alte Photos im Treppenhaus zeugen eindrucksvoll davon.

Doch dann kamen Zbiegniew und Dorota. Zbiegniew war in den 80er Jahren aus Polen geflohen. So wie viele andere junge Polen auch. Das war die Zeit, als General Jaruzelski ein strenges Militärregime in Polen geführt hatte, um den Kommunismus zu verteidigen, denn unterschwellig brodelte es bereits. Junge Idealisten träumten von einer freien Demokratie und wollten diese durchsetzen. Wie bei jeder “Diktatur” wurden die Oppositionellen, Intellektuellen und die Gebildeten, die es wagten, auch nur ein Wort zu sagen, verfolgt, inhaftiert und verurteilt. Doch das wäre eine Geschichte für sich.

Zbiegniew war also über ein Flüchtlingslager in Österreich nach Hamburg gekommen, hat dort BWL studiert und letztendlich doch tatsächlich sein Geld mit Süßigkeiten verdient. Und er schien recht erfolgreich gewesen zu sein. Auch nicht schlecht, wenn man nicht nur Süßigkeiten in rauen Mengen essen, sondern sogar sein Geld damit verdienen kann.

Als er und seine Frau zurückkamen, haben sie diese Ruine wieder zu einem pittoresken kleinen Schlösschen mit einem schönen Schlossturm aufgebaut. Sie lieben es, dort Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen, sie zu bekochen und ihnen den Aufenthalt so schön wie möglich zu machen – mit der ganz persönlichen Note!  Gerne erzählt Zbiegniew die Geschichte von dem letzten Besitzer vor ihm. Als dieser 90 Jahre alt wurde, wollte er noch einmal auf den Turm hinauf. Da er allerdings bereits im Rollstuhl saß, hatte Zbiegniew ihn auf einen schlichten Stuhl gesetzt und hat versucht, ihn hochzutragen. Doch die Wendeltruppe nach oben war so eng (was ich bezeugen kann, da ich selber hochgekraxelt bin), dass sie stecken blieben. Wie die zwei wieder aus dieser Lage herauskamen, verrät Zbiegniew nicht. So steckt das Schlösschen voller Geschichten und Geheimnisse.

Soviel zu Rybokarty und lange Rede kurzer Sinn. Wir machten uns also auf den Weg zu diesem Schloss. Doch erst einmal mussten wir nach Polen reinkommen. An der Grenze standen schon Militär und Mediziner in ihren „Raumanzügen“. Sie kamen in den Buss und scannten die Stirn von jedem, um Fieber zu messen. Da jedoch seit Stunden die Sonne auf den Bus geknallt hatte, waren die Kids extrem erhitzt. Also mussten wir alle aussteigen, uns in Reih und Glied aufstellen und jeder wurde noch einmal gescannt. Ich kam wir fast vor wie ein Stück Ware im Supermarkt bei der Inventur. Zum Glück hatte niemand Fieber. So durften wir weiterfahren. Ich musste, als Reiseleiterin der Gruppe, vorher jedoch noch ein Formular ausfüllen, wo wir wann und wo hinfahren würden und ihnen meine Handynummer geben. Zum Glück, denn … (diese Geschichte kommt später im Text!)

Polen, wir kommen! Erleichtert und gut gelaunt setzten wir unsere Fahrt nach Gryfice zum Schloss Rybokarty fort.

Dort wartete schon unser Empfangskommittee Susanne, ihr Lebensgefährte Piotr, die Schlossbesitzer und die schwanzwedelnde Hündin Kira auf uns (ist ja klar, dass Kira der meistgeknuddelte Hund an diesem Abend war).

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Das Willkommen war sehr herzlich, obwohl ich Zbiegniew und Dorota noch nie gesehen hatte – aber so sind die Polen eben, unglaublich gastfreundlich!

Erst einmal gab es etwas zu essen. Dann wurden die Zimmer verteilt. Jedes Zimmer war ganz individuell eingerichtet mit alten Gutsherrenmöbeln, antiken Sachen, teils rustikal, teils modern, die Holzdielen knarrten, die Holzbalken knisterten, im großen Treppenhaus hallte jeder Ton. Natürlich hatte das Schloss auch einen kleinen Park mit einem See, umgeben von wild wachsendem Schilf und einem Steg, welcher von einer kleinen Gruppe Jugendlicher abends als geheimnisvoller Treffpunkt genutzt wurde. Es war einfach idyllisch. Ich glaube, fast jeder streifte mindestens einmal durch das ganze Schloss und hat sich alle Zimmer, Ecken und Winkel angeschaut. Ständig hörte man ein “Ah” oder “Oh”! Wer auf jeden Fall durch alle Zimmer gegangen ist, waren die LehrerInnen und Lehrer, denn wie immer stellte es sich doch als schwierig heraus, 56 Jugendliche “unter einem Dach” bzw. in einem Zimmer unterzubringen, damit jeder zufrieden war. Letztendlich schien alles geregelt zu sein und man freute sich auf den Abend.

Susanne hatte mit der Gemeinde Gryfice im Kulturhaus ein Konzert organisiert, wo der Jugendchor des Goethegymnasiums mit anderen polnischen jungen MusikerInnen auftreten sollte, doch dann kam bereits die erste „coronabedingte“ Nachricht. Das Konzert musste kurzfristig abgesagt werden, da die polnische Regierung bereits da schon alle größeren Veranstaltungen verboten hatte. Zu diesem Zeitpunkt war in Deutschland an so etwas noch gar nicht zu denken. Wir waren natürlich alle sehr enttäuscht, aber dafür hat der Chor dann für uns (die kleine “Schlossgesellschaft”) ein Konzert gegeben. Das war toll! Sogar einen Tango haben sie a-capella mit Tanzeinlagen hingelegt.  Es ist immer wieder schön zu erleben, mit wie viel Herzblut, Freude und Kreativität die jungen Menschen beim Singen dabei sind (zur großen Freude des kleinen, aber sehr dankbaren Publikums).

Zum Abschluss hatte Susanne mit ihrer tollen Stimme dann noch eine kleine Swing-, Jazzeinlage gegeben, so dass der Abend abwechslungsreicher nicht hätte sein können.

Dieses Haus- bzw. Schlosskonzert sollte eigentlich als Probe für den Wettbewerb morgen gelten, doch dann kam alles anders …

Um 19.19 Uhr kam die zweite “coronabedingte” Nachricht von Maciej, dass nur noch vier Chöre teilnehmen würden, weil viele andere Chöre ihre Länder gar nicht erst verlassen oder nach Polen einreisen durften. Zwei Chöre waren noch irgendwo unterwegs bei der Anreise auf der Strecke geblieben.

Um 20.18 Uhr kam die “coronabedingte” Nachricht, dass der Wettbewerb ausfällt, aber dass ein Gemeinschaftskonzert mit den 4 Chören in der Katharinenkirche stattfinden würde. Die Katharinenkirche ist eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen in Danzig und Daniel, der Chorleiter, freute sich trotz all dieser schlechten Nachrichten sehr, in dieser Kirche mit seinem Chor singen zu dürfen.

Um 21.24 Uhr kam die “coronabedingte” Nachricht, dass wir um 16.00 Uhr in Danzig sein sollten. 18.30 Uhr wäre dann ein Konzert mit den anderen Chören vorgesehen.

So ging dieser verrückte Corona-Tag zu Ende. Doch zumindest hatten wir alle einen schönen bunten Abend gehabt.


13. März 2020

Um 08.18 Uhr, am Freitag, dem 13!!! kam die erste “coronabedingte” Nachricht von Maciej mit Anweisungen:

16.00 Uhr Danzig Hotel
17.30 Uhr Probe im Hotel Mercure
18.30 Uhr Konzert in der Katharinenkirche
kein Wettbewerb.

Am Frühstückstisch besprach ich mich dann mit Daniel und Christiane, ob wir die 300 km überhaupt noch bis nach Danzig fahren sollten? Eigentlich war der Wettbewerb ja der Hauptgrund für diese Chorreise gewesen. Wieder überlegten wir hin und her, wogen Vorteile und Nachteile ab …

Wir beschlossen dann doch nach Danzig zu fahren, um wenigstens die Stadt kennenzulernen. Dann würden wir halt einen Tag früher heimreisen.  Die Atmosphäre war schon etwas angespannt wegen diesem Hin und Her und dieser Ungewissheit. Da kam uns der Vorschlag von Susanne und Piotr doch gerade recht, zur Entspannung noch an einen schönen Strand an der Ostsee zu fahren. Der Chor probte noch und dann wollten wir um 11.00 Uhr los.

Um 10.18 Uhr kam die “coronabedingte” Nachricht, dass nun auch alle Kirchen schließen müssten und sogar das Gemeinschaftskonzert abgesagt sei. Ich fragte Maciej daraufhin, ob wir überhaupt noch in die Stadt reinfahren dürften und ob unser Hotel geöffnet sei.

Um 10.58 Uhr kam die “coronabedingte” Nachricht: “Ja”.

Um 11.08 Uhr kam die “coronabedingte” Nachricht, dass wir besser stornieren sollten. Da kam dann natürlich die Frage nach den Stornobedingungen bzw. Stornokosten oder Erstattungen auf. Keiner – weder Maciej noch ich – konnten in irgendeiner Weise eine Auskunft geben oder eine Zusage machen. Wir waren alle hilflos und der Situation ohnmächtig ausgeliefert. Es mussten aber schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden. Um mit Shakespeare`s Worten zu sprechen: “Sein oder nicht sein, fahren oder nicht fahren – das ist hier die Frage”.

Um unsere Gedanken zu sortieren und ein wenig Meeresbrise zu schnuppern haben uns Susanne und Piotr dann doch noch zu dem Örtchen Trzęsacz begleitet. Wir gingen am Strand spazieren, die Kids liefen ausgelassen herum, es wehte eine steife Brise, in der Luft schmeckte man das Salz … Eigentlich war alles sehr sehr schön und idyllisch, bis dann der Anruf kam: “Hier ist die Polizei von Danzig! Sind sie Frau Schäfer?” Soviel konnte ich noch hören, doch diese ach so schöne und erfrischende Meeresbrise machte es mir unmöglich, auch nur ein Wort zu verstehen. Also redete ich ins Unbekannte und sagte nur, dass ich mir ein windgeschütztes Plätzchen suchen würde, um dann zurückzurufen. Ich hechtete also den ganzen Weg durch den nassen Sand wieder zurück. Mittlerweile hatte es auch noch angefangen zu regnen. So flüchtete ich in das einzige geöffnete Café an der langen Strandpromenade, so dass ich wenigstens im Trockenen saß. Ich holte einen Block und Stift raus für alle Fälle, wollte zurückrufen und merkte: kein Netz in diesem Café! Ich wurde fast ohnmächtig, doch so langsam konnte mich wirklich nichts mehr schocken. Also bin ich raus, bin unter die nächste Hecke gekrochen und habe dann diese ominöse Polizei von Danzig zurückgerufen. Und jetzt war ich baff! Der wirklich sehr nette Herr am Ende der Strippe, der sehr gut deutsch sprach, sagte mir auf den Kopf zu: “ Sie sind eine Reiseleiterin von einer Gruppe Jugendlicher und möchten heute noch nach Danzig in das Hotel Ibis reisen. Stimmt das?” Ich war total überrumpelt und sagte nur: “Ja”. Daraufhin meinte er: “Kehren Sie bitte nach Deutschland zurück! Wenn sie heute nach Danzig reisen, muss ihre Gruppe für 2 Wochen in Quarantäne im Hotel bleiben. Wenn sie zurückfahren und dann die Grenze zu Deutschland überfahren haben, schicken sie uns bitte eine kurze sms.”

So, und spätestens jetzt hätte Shakespeare gewusst: Fahren oder nicht fahren – keine Frage! Auf Umwegen (Susanne musste mich von der Straße aufgabeln) stieß ich dann wieder auf die ahnungslose Gruppe, die von dem ja gar nichts mitbekommen hatte. Ich schilderte die Situation und jetzt war es klar: Heimfahrt. Als Christiane dies im Bus verkündete, war die Enttäuschung natürlich groß. Irgendwie war uns diese “Corona-Sache” noch gar nicht richtig bewusst gewesen. Wer hätte am 13. März auch nur annähernd erahnen können, wie dieses Corona-Virus die ganze Welt auf den Kopf stellen würde.

Es war grau und es regnete, die Kleider waren klamm, wir hatten Hunger und waren unsagbar enttäuscht. Kein Danzig, kein Wettbewerb, kein Konzert und dann jetzt noch eine 5-stündige Heimfahrt. Zum Glück hatte Dorota für uns alle noch Lunchpakete eingepackt und unsere Busfahrerin Marion schien auch sehr gelassen. So sind wir dann auch gleich losgefahren.

Die Stimmung im Bus war eigentlich im Keller, doch – und das ist phänomenal bei Chören – sobald jemand anfängt zu singen, scheint alles vergessen zu sein. Hier und da, dann und wann, fingen die Jugendlichen plötzlich an zu singen. Mal etwas Klassisches, Traditionelles, Pop, Schlager, Klassiker … Am liebsten habe ich die Lieder von Billy Joel gehört, da ich selber so ein Fan bin. Die Gruppe schien sich also mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben.

Kurz vor der Grenze Polen – Deutschland stieg natürlich die Spannung. Würde man wieder Fieber bei uns messen? Dürften wir überhaupt nach Deutschland einreisen? Müssten wir vielleicht dann dort in Quarantäne? Die Nervosität stieg! Doch da war nichts. Absolut gar nichts. Keine Kontrolle, kein Gesundheitscheck, nichts. Ein Polizeiwagen stand irgendwo am Rand. Wir rollten einfach durch. Da ging natürlich ein Jubel der Erleichterung durch den Bus.

Ca. 2 Stunden, nachdem wir die Grenze passiert hatten, schrieb Susanne mir eine Whatsapp, dass man die Grenzen zwischen Polen und Deutschland nun endgültig dicht gemacht hatte. Uff, hatten wir ein Glück gehabt!

So konnten wir nun in aller Ruhe nach Schwerin zurückfahren. Hinter mir, wo die Lehrer saßen, ging es schon direkt los mit Nachrichten von ihren Kollegen und dem Direktor des Goethegymnasiums, wie man nun am besten den Schulunterricht gestalten könne, wenn die Schule nun geschlossen ist. Da musste schnell geplant und gehandelt werden, denn die meisten Schülerinnen und Schüler in dem Chor standen ja kurz vor den Abiturprüfungen.

Das war für mich die Geburtsstunde der “Coronakrise”. Wer hätte am 13. März geahnt, wie weit und wie lange das alles noch gehen würde.

Das Gute von der Geschicht’: Die Jugendlichen und die Lehrer waren so begeistert von Schloss Rybokarty und den Menschen (und der Hündin Kira), die uns da so herzlich empfangen hatten, dass sie im nächsten Jahr wieder nach Danzig zu dem Chorwettbewerb und natürlich nach Rybokarty fahren möchten.

Das lassen wir uns von Corona doch nicht nehmen!

Also, Rybokarty, Zbiegniew, Dorota, Susanne, Piotr und Kira – wir kommen!

Liebe Grüße
Eure Sarah

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